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Aus dem Mitteilungsblatt


Kategorie: Allgemeines/Sonstiges | Mitteilung vom Mi. 19.02.20 , gültig bis Mi. 26.02.20

Pfinzfränkische Duftmarke beim Mundart-Treffen im Stuttgarter Landtag

Seit Ministerpräsident Kretschmann die Diskussion um die Gefährdung der regionalen Mundarten angestoßen hat, ist die Debatte um das Für und Wider einer wertgeschätzten bodenständigen Sprachkultur in den Fokus der öffentlichen Meinungsbildung gerückt. Im vergangenen Jahr hat sich sogar eine fraktionsübergreifende parlamentarische Initiative aus 60 Landtagsabgeordneten gebildet, die Möglichkeiten zur Erhaltung und Förderung der baden-württembergischen Dialekte aufzeigen möchte. Die Sprecher dieser Initiative und weitere interessierte Abgeordnete wollten nun mit der praktizierenden Mundartszene an der Basis ins Gespräch kommen. Im Zuge eines von der Landesregierung einberufenen „Runden Tischs Dialekt“ wurden etwa zwei Dutzend an vorderster Front wirkende Mundartkünstler*innen und wissenschaftlich arbeitende Expert*innen aus ganz Baden-Württemberg zu einem Gedankenaustausch in den Landtag eingeladen. Als Vertreter des kernbadischen südfränkischen Dialekts, der im Pfinzgau und im westlichen Kraichgau „gemundhabt“ wird, haben Rosie und Wolfgang Müller aus Söllingen an diesem Treffen teilgenommen und dafür gesorgt, dass neben diversen schwäbischen und alemannischen Regiolekten auch der pfinzfränkische Zungenschlag zu Wort kam. Die Landesolitiker*innen zeigten sich überwältigt von den vorgestellten Projekten und den zahlreichen konstruktiven Vorschlägen der Teilnehmer*innen und fühlten sich einhellig dazu aufgerufen, den bunten Sprachteppich in unserem Bundesland einer überfälligen und nachhaltigen Auffrischungskur zu unterziehen. Dass Dialekte einen kulturellen Schatz darstellen, den es zu bewahren gilt, darüber herrschte bei Parlamentariern und Wissenschaftlern Einigkeit. Dem gängigen Vorurteil, dass ein Mundartangebot von vornherein altbacken und bildungsfern daherkommt und sich für die Vermittlung tiefsinniger Inhalte kaum eignet, halten Rosie und Wolfgang Müller seit Jahren „seriöse“ Mundartangebote entgegen. Erfreulich ist es auch, dass das rührige Pfinztaler Ehepaar mit seinen Mundartgottesdiensten und anderen kirchlichen Formaten Geschwister aus mehr als 100 Gemeinden zwischen Odenwald und Nordschwarzwald erreicht hat. Mit „weltlichen“ Mundart -Programmen waren sie in weiteren 50 Orten zu Gast. Dass bei diesen „Begegnungen auf Ohrenhöhe“ auch die hochsprachlich aufgestellten Zuhörer*innen das Wesentliche verstanden haben, gibt wiederum der Einschätzung des Ministerpräsidenten recht. Auf die Frage einer Reporterin, ob Angela Merkel ebbes verstande dät, wenn er Schwäbisch mit ihr schwätzen würde, antwortete Winfried Kretschmann: Selbstverständlich! 95 Prozent versteht sie sowieso und die restlichen 5 Prozent können sich gscheite Leut dazu kombinieren. Bei dem „Runden Tisch Dialekt“ am 31. Januar betonten sowohl der Regierungschef als auch die Kultusministerin ihre Bereitschaft zur Stärkung und Förderung der regionalen Mundarten. Beide vertraten die Auffassung, der Erhalt einer Dialektvielfalt sei eine kulturelle Herausforderung von höchster Priorität, der sich alle gesellschaftlichen Gruppierungen umgehend und ergebnisorientiert stellen sollten.
Text: Wolfgang Müller



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